Traceability durch den Einsatz mobiler Terminals

Die Rückverfolgbarkeit (engl. Traceability) von Produkten und Prozessen ist ein wichtiger Bestandteil zur Sicherung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards auf unternehmensinterner Ebene sowie auf Grundlage von gesetzlichen EU-Richtlinien. Hier existieren zahlreiche Bestimmungen, die Hersteller zur Einhaltung und Sicherstellung von Qualitätsstandards verpflichten.

Hersteller und Lieferanten müssen dafür sorgen, dass alle Prozesse und Transaktionen festgehalten werden und jederzeit abgerufen werden können. Dies gilt branchenübergreifend für alle Bereiche der Produktion, Verarbeitung, Logistik sowie im Vertrieb. Dadurch wird nachvollziehbar, an welchem Ort, zu welcher Zeit und von wem Waren hergestellt, weiterverarbeitet, transportiert und gelagert werden. Der Warenfluss lässt sich bis zum Endverbraucher und zur Entsorgung verfolgen. Besonders relevant ist dies beispielsweise für Branchen wie die Lebensmittelherstellung, den Lebensmittelhandel, die Medizintechnik sowie die Automobilindustrie.

Möglich wird die Rückverfolgung durch den Einsatz mobiler Terminals, die Integration modernster IT-Technologien und die Implementierung von Traceability-Systemen. Daten werden regelmäßig durch mobile Datenerfassungsgeräte erfasst und in Verbindung mit geeigneten Softwarelösungen gespeichert, weiterverarbeitet und analysiert. Auf Grundlage der erfassten Daten können Unternehmen bei Qualitätsmängeln und Sicherheitslücken adäquat reagieren und die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung dieser Defizite einleiten.


Bedeutung der Rückverfolgbarkeit im Qualitätsmanagement

Sicherheit und Qualität sind Aspekte, die im Rahmen des Qualitätsmanagements angesiedelt sind. Umfassende moderne IT-Lösungen tragen zur Umsetzung der geforderten und zu realisierenden Standards bei. Es gilt, jeden Schritt und jede Entscheidung zu dokumentieren, um als Unternehmen seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen. Die erfassten Informationen helfen maßgeblich bei der Fehlersuche sowie -identifikation – und ermöglichen somit ein frühzeitiges Eingreifen, noch bevor die Waren die Produktionsstätte verlassen oder in Umlauf geraten. Auch entsprechende Maßnahmen zur Prävention von Prozessfehlern können so entwickelt und umgesetzt werden. Aus finanzieller Perspektive trägt dies zur Effizienzsteigerung in der Produktion sowie zur Reduktion von Kosten infolge etwaiger Gewährleistungsansprüche und Rückrufaktionen bei.

Der Rückverfolgung kommt genau hierbei eine bedeutende Rolle zu. Gelangen fehlerhafte Produkte in den Vertrieb und zum Kunden, ermöglicht die Rückverfolgbarkeit die Identifikation der Produkte bis hin zum Zielort und gleichzeitig das Aufspüren der ursprünglichen Fehlerquelle. Beim Auftreten von Produktionsfehlern muss nicht die komplette Produktion zurückgerufen werden, denn mit Hilfe der Seriennummer lassen sich gezielt nur die betroffenen Chargen benennen und isolieren.

Im besten Fall sollten Fehler natürlich schon vor der Auslieferung erkannt werden. Dies sorgt langfristig für die Vermeidung von Rückrufkosten und verschafft Wettbewerbsvorteile. Durch entsprechende Traceability-Lösungen und das Daten-Tracking kann beim Auftreten von Fehlern herausgefunden werden, welche Komponenten, Maschinen, Betriebsstätten oder Produktionsschichten involviert sind. Hier ist es wichtig, als Unternehmen auf branchenspezifische, individuelle und umfassende IT-Lösungen zu setzen.

Das Enterprise Resource Planning (ERP) und sogenannte Manufacturing Execution Systems (MES) stehen für komplexe und übergeordnete Systeme zu Steuerung von Produktionsprozessen. Die Echtzeiterfassung von Betriebsdaten sowie Daten zum Personal und zu den Maschinen ist dabei eine wichtige Grundlage. Mobile Terminals helfen bei der Erfassung der benötigten Daten.

Über Barcodes oder RFID-Tags lassen sich Komponenten für die Herstellung, die Produkte sowie alle Arbeitsschritte eindeutig kennzeichnen. Mobile Terminals können in verschiedenen Formen und Modellen zum Einsatz kommen – integriert in Fahrzeugen, als Tablets oder Handheld-Computer für die Mitarbeiter. Sie verfügen über Scanner-Funktionen und je nach Modell über zahlreiche Zusatzfunktionen. Mobile Terminals ermöglichen die anschließende Speicherung und Übermittlung der Daten per Funk bzw. WLAN-Verbindung in die nächste Ebene der Datenverarbeitung – beispielsweise in ein Warenwirtschaftssystem. Der entscheidende Vorteil liegt in der zeit- sowie ortsungebundenen Übermittlung und Abrufbarkeit der vorliegenden Daten.

Besonders für Verbraucher trägt die lückenlose Rückverfolgbarkeit zu mehr Transparenz über Qualität und Sicherheit der Produkte bei. So sind genauere Informationen über deren Merkmale und Herkunft verfügbar – dies stärkt das Vertrauen der Kunden gegenüber dem Hersteller und seiner Produkte. Zum Schutz der Verbraucher kann mangelhafte Ware, die bereits in Umlauf geraten ist, dank der mobilen Datenerfassung ausfindig gemacht werden. Durch die Kennzeichnung mit den entsprechenden Seriennummern auf Barcode-Etiketten und RFID-Labels werden sowohl Produkteinheiten oder einzelne Produkte identifiziert als auch ihr Lieferweg vom Produzenten bis zum Händler oder Endverbraucher nachverfolgt. Bezeichnet wird dieser Weg als Downstream-Tracing. Hersteller können dabei nachvollziehen, wo deren Produkte verwendet und vertrieben werden. Damit verbunden sind auch Herstellergarantien und Gewährleistungen der Händler. Über bestehende Kundendatenbanken lassen sich verkaufte Produkte außerdem dem Endverbraucher zuordnen.

Die gegenläufige Rückverfolgung vom Verbraucher bis zum Händler oder Produzenten nennt sich Upstream-Tracing. Sie ist ebenfalls für die Fehlersuche und Behebung von Mängeln an der Ware wichtig. Im Lebensmittelbereich können verunreinigte Produkte identifiziert und damit nachvollzogen werden, woher zum Beispiel die Verunreinigung rührt und welche Chargen und Komponenten betroffen sind. Für Unternehmen gehört dies zu einem umfassenden Qualitätsmanagement. Es ermöglicht die Veranlassung von Rückrufaktionen und ist zum Schutz des Verbrauchers unerlässlich.


Mobile Datenerfassung und Traceability in der Lebensmittelherstellung

Besonders für Lebensmittel, die im Handel erhältlich sind, ist laut Lebensmittelrecht vorgeschrieben, dass jeder Schritt vom Ursprung bis zum Verkauf der Waren transparent gemacht werden muss. Leitlinien unterstützen die Unternehmen hierbei in der praktischen Umsetzung. Im Fokus steht das Ziel der Lebensmittelsicherheit zum Wohl des Verbrauchers. Von Fleisch, Milch- und Molkereiprodukten über Getreideerzeugnisse bis hin zu Obst und Gemüse müssen die genaue Herkunft der Nutztiere, Futtermittel und des Saatguts sowie Transportwege und Lagerorte nachvollziehbar sein. Das gleiche gilt insbesondere für GVO (gentechnisch veränderte Lebensmittel) sowie für Öko-Produkte. Im Bereich der Lebensmittelherstellung ist in der EU-Verordnung 178/2002, die 2005 in Deutschland in Kraft trat, genau festgelegt, wie diese Verpflichtungen aussehen. Beteiligte Unternehmen müssen die Herkunft von Rohstoffen, die Verarbeitungs- und Produktionsschritte sowie die Produkte und deren Wege kennzeichnen und transparent gestalten. Dies gilt auch für alle Teilbereiche in der Logistik – von der Verpackung über den Transport bis hin zur Lagerung von Lebensmitteln. So können beispielsweise Unterbrechungen in der Lieferkette, Hygienemängel oder Schadstoffbelastungen in Lebensmitteln und Verpackungen bis zum Ort der Entstehung zurückverfolgt werden.

Für die Erfassung der Daten sind besonders mobile Terminals sinnvoll. Schaut man sich zum Beispiel den Bereich der Fleischproduktion an, so ist diese durch unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte gekennzeichnet – von der Anlieferung der Tiere über die Portionierung bis zur Herstellung des Endprodukts. Sie erfordert eine hohe Flexibilität der Mitarbeiter.

Diesen Anforderungen kann durch mobile Terminals, im Gegensatz zu stationären Terminals, adäquat begegnet werden. Jedes Tier kann bereits über die Ohrmarke mit Barcode und EAN-Nummer (European Article Number) identifiziert werden. Während der weiteren Verarbeitung werden laufend EAN-Codes nach Charge verteilt, bis schließlich das verpackte Produkt mit Artikel-, Chargennummer und EAN-Barcode beim Kunden ankommt. Auch für sonstige Bestandteile der Produkte lässt sich dies umsetzen. Während des kompletten Prozesses werden also nur Waren übernommen, die auch eindeutig zugeordnet werden können.

Auch im Vertrieb müssen zum Beispiel Lebensmittelhändler nachweisen, woher sie ihre Produkte beziehen. Hierbei sind die Erzeugnisse aus einem Produktionsdurchgang gemeinsam gekennzeichnet. Die Art der Kennzeichnung kann durch die Loskennzeichnungen und Barcodes erfolgen. Codes wie beispielsweise EAN128, EAN, NVE oder ILN sind hier gebräuchlich.


Rückverfolgbarkeit in der Medizintechnik und im Gesundheitswesen

Gerade für Medizinprodukte ist es unerlässlich, diese bei mangelhafter Verarbeitung oder unsteriler Verpackung an den Hersteller zurückzugeben und gleichzeitig den Fehler in der Produktionskette zu ermitteln. Durch die Rückverfolgbarkeit wird gewährleistet, dass Fehlerquellen aufgedeckt und betroffene Chargen zurückgerufen bzw. zurückgenommen werden. Hersteller können nachvollziehen, wer deren Produkte angefordert hat und diese informieren. Für Verbraucher und Patienten ist dies lebenswichtig. Krankenhäuser müssen ebenso sicherstellen, dass implantierte Medizinprodukte nachverfolgbar sind. Bei Gelenkimplantaten wird zum Beispiel der Typ, die Seriennummer, Charge und der Hersteller erfasst. Der Patient erhält diese Informationen mit Ausgabe seines Implantatausweises.

Darüber hinaus ist gerade im Gesundheitswesen die lückenlose Dokumentation und Rückverfolgbarkeit von Medikamentengaben, Laborergebnissen, diagnostischen und behandlungsrelevanten Maßnahmen wichtig für eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung von Patientinnen und Patienten. Behandlungsfehlern wird so vorgebeugt und der Informationsfluss zwischen den Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Sparten verbessert.


Traceability in der Automobilbranche

In der Automobilindustrie sind Rückrufmaßnahmen durchaus bekannt. Für Automobilhersteller besteht die Verpflichtung, Produktfehler, Sach- und Personenschäden sowie daraus folgende Rückrufaktionen behördlich zu melden. Viele Hersteller verbauen für ihre Produkte die gleichen Komponenten. Weist ein Bauteil Mängel auf, so sind die Auswirkungen großflächig, da viele Modelle und auch Hersteller gleichsam betroffen sind. Um dem entgegenzuwirken, setzen Hersteller auf die Verwendung von Barcodes oder RFID-Labels für Bauteile – so lassen sich bei Produktionsfehlern z. B. der Zeitpunkt sowie Ort der Produktion ermitteln und andere Fahrzeuge aus dieser Charge überprüfen.

Sendungen und Lieferwege nachverfolgen durch mobile Tracking & Tracing

In der Logistik wird die Auftragserfassung und Nachverfolgbarkeit von Lieferungen automatisch durch die mobile Datenerfassung geregelt. Barcodes mit der entsprechenden Paket- oder Sendungsnummer sorgen für eine eindeutige Zuordnung von Lieferungen, bei ihrem Versender und Empfänger. Jeder Transportschritt wird erfasst und dokumentiert. Verzögerungen und Transportprobleme lassen sich so jederzeit nachvollziehen und zurückverfolgen. Mobile Terminals erfüllen durch ihre einfache und flexible Handhabung sowie die ortsungebundenen Einsatzmöglichkeiten die spezifischen Anforderungen im Liefer- und Transportbereich.


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